Bis zum heutigen Tag sind die Folgen des Tsunamis und des jahrzehntelangen Bürgerkrieges auf dem kleinen Inselstaat im indischen Ozean noch immer präsent. Vor allem im Nordosten des Landes hat fast jeder den Verlust von Familienangehörigen zu beklagen.

Unser Patenkind Dilakshana (r.) kann wieder zur Schule gehen.

Für die Frauen, die ihre Männer verloren haben, ist es besonders schwer, Arbeit zu finden und genug für den Lebensunterhalt der Familie zu verdienen. Mehr als ein Drittel der Kinder ist unterernährt und viele können nicht zur Schule gehen, weil auch sie zum Familienunterhalt beitragen müssen.

Patenschafts- und Humanisierungsprogramm

Seit 2005 unterstützen wir die Sozialstation AHSRAM von Pfarrer Anandarajah in Kalkudah, einem kleinen Fischerdorf an der Ostküste des Landes. Das von ihm und seinen Mitarbeitern initiierte Patenschaftskonzept hilft seitdem nicht nur einzelnen Kindern, sondern schafft sichere Zukunftsperspektiven für die gesamte Familie.

Der monatliche Patenschaftsbeitrag von 35 Euro deckt die Kosten des Lebensbedarfs der Familie und ermöglicht damit den Kindern eine Schule besuchen zu können.

Ein „leuchtendes“  Beispiel für die jüngeren Patenkinder ist der heute 27-jährige Sivatharshan. Er hat gerade seinen Master in Politik- und Geschichtswissen-schaften gemacht und ist schon während seiner Studienzeit mit einigen landesweiten Veröffentlichungen von Gedichten und Erzählungen aufgefallen. Seine Mutter starb, als er noch sehr klein war. Mit siebzehn Jahren hat er auch noch seinen Vater verloren und war auf sich allein gestellt. Schon damals wusste er, dass er weiter zur Schule gehen und lernen wollte. Mit der finanziellen Unterstützung seiner Paten in Deutschland und der ganzheitlichen Betreuung durch AHSRAM hat er sich diesen Herzenswunsch erfüllen können. Für seinen Berufsstart als Lehrer wünschen wir ihm viel Erfolg.

Unterricht und Betreuung von vernachlässigten Kindern im AHSRAM 2007 und 2013

Auch das im Sommer 2007 gestartete Humanisierungsprogramm wird bis heute erfolgreich fortgeführt. Mit diesem Programm fängt die Sozialstation AHSRAM vernachlässigte Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Jahren auf, die drohen auf die „schiefe Bahn“ zu geraten und hilft ihnen, sich zu schützen und stark zu werden.

Hilfe zur Selbsthilfe

Zum Hilfsprogramm gehört auch die gemeinsame Planung, wie Frauen ihre finanzielle Situation auf Dauer selbst verbessern können. AHSRAM begleitet sie bei diesen Überlegungen und leistet finanzielle Starthilfe, z.B. für die nötigen Anschaffungen für ein eigenes kleines Gewerbe.

Traumabewältigung und Meditation

Schon unmittelbar nach dem Tsunami begannen Pfarrer Anandarajah und seine Mitarbeiter mit der psychosozialen Betreuung von Kindern und Erwachsenen.

Diese Arbeit wurde später noch auf mehrere Schulen ausgeweitet und hilft nun Schülern und Schülerinnen mehr Selbstvertrauen zu gewinnen und die traumatischen Erlebnisse aus dem Bürgerkrieg verarbeiten zu können.

Mehrmals im Jahr bietet die Sozialstation ein mehrere Monate dauerndes Meditationstraining für Frauen an. Das Programm, an dem jeweils sechzig bis fünfundsechzig Frauen teilnehmen, findet in verschiedenen Gemeinden in der Umgebung statt. Vor Ort lernen die Frauen, selbstständiger zu werden und Verantwortung zu übernehmen – Bei der traditionellen Rollenverteilung kommt ihnen das Erlernte besonders dann zu Gute, wenn sie gezwungen sind, die Rolle des Familienoberhauptes zu übernehmen.

Wenn Sie Interesse an einer Patenschaft haben, helfen wir gerne bei der Kontaktaufnahme und der Pflege von Briefkontakten durch Übersetzung ins Tamilische und umgekehrt.

Nähere Informationen können Sie von Sigrid Marczona (Tel. 02831 87265) und Peter Liebert ( Tel. 02831 4479 ) erhalten.

 

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